VEREIN > Bericht des Vorstands - Rückblick 2025



Liebe Mitglieder des Vereins Kulturwelt Marktoberdorf e.V.,
liebe Mitvorständ*innen, gewählte Kollegen und kooptierte Beirätinnen!


Die Schutzengel können in Marktoberdorf wieder landen. Dass der Schutzengel-Landeplatz auf der Buchel wieder funktioniert, das ist zum Teil auch einer Initiative und der aktiven Mithilfe des Vereins „Kulturwelt Marktoberdorf“ zu verdanken.

Und wenn unsere Mitglieder im Kino oder in der Mediathek von ARD und ZDF den entlarvenden und erschütternden Film „Führer und Verführer“ über die Gräuel und Massenmanipulation des NS-Regimes gesehen haben und dann dem Darsteller von Joseph Goebbels Robert Stadelober in der „Filmburg“ tatsächlich ganz direkt begegnet sind, dann ist auch daran die „Kulturwelt“ nicht ganz unschuldig.

Es war ein grandioses Ereignis, den Schauspieler in der neuen Reihe von und mit Claus Struntz mit seinen Liedern zu Gedichten von Kurt Tucholsky live zu erleben. Ein Ereignis unter dem Motto: „Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut!“

„Konjunktur oder Klima“ – das hat die „Allgäuer Zeitung“ als aktuelle Weggabelung in der politischen Aktualität ausgemacht. Ich frage mich dabei allerdings, wo bleibt da die Kultur? Ist es nicht ein Standortvorteil für Marktoberdorf, und damit ein echter Wirtschaftsfaktor, ein Konjunkturbeschleuniger, dass wir eine „Kulturstadt“ sind und dass wir eine beeindruckende Vielfalt in Sachen Kultur im Angebot haben, und das, obwohl diese ehrenamtliche Bürgerbewegung, und sie ist ja rein ehrenamtlich auf Vereinsebene organisiert, sich jetzt endlich mehr Unterstützung durch die Lokalpolitik wünscht. Da wäre auch in den letzten Jahren schon deutlich mehr möglich gewesen.

Marktoberdorf hat gewählt – wir bekommen einen neuen Bürgermeister. Man kann jetzt trefflich darüber diskutieren, warum der Kandidat der CSU derart schlecht abgeschnitten hat bzw. ob es dem – zumindest in dieser Deutlichkeit – doch überraschendem Wahlsieger geholfen hat, dass er sich als einziger der ernsthaften Kandidaten bewusst nicht ausdrücklich von der AFD abgegrenzt hat, es ist in meinen Augen jedenfalls erschütternd, dass nun im Stadtrat die demokratiefeindliche AFD zwei Sitze hat, genauso viele wie die SPD und nur einen weniger als die Grünen.

Das nur als kleine Vorbemerkung, die mir als Demokrat und Europäer wichtig ist. Verbunden natürlich gleich auch mit der Information, dass Harald Rüschenbaum und ich uns zeitnah um einen Termin bei Michael Eichinger bewerben werden, um ihm ein bisschen auf den Zahn zu fühlen, wie er es nun tatsächlich mit der Kultur hält. Der Podiumsdiskussion in der „Filmburg“ war das leider nicht zu entnehmen!

Meine Damen und Herren, genug der Vorrede. Es ist ja schon traditionell, dass ich meinen Rechenschaftsbericht bzw. Tätigkeitsbericht über das jeweils zurückliegende Vereinsjahr mit einem Zitat beginne. Heute sollen es zwei Zitate sein:

Das erste stammt von der Schriftstellerin und Hörspielautorin Elke Heidenreich:

"Ohne Kunst und Kultur wären wir Barbaren. Die Literatur, die Malerei und vor allem die Musik, die unsere Seele erreicht, sind das, was uns erst zu Menschen macht und unsere Füße auf dem Boden hält, damit wir nicht völlig verkommen."

Und das zweite von Christian Andersen, dem Dichter und Märchenerzähler:

 „Leben ist nicht genug“ , sagte der Schmetterling. 
„Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“


Meine sehr verehrten Damen und Herren, Kultur ist nicht unpolitisch. Und Kultur ist gleichzeitig genau die kleine Blume, die uns mit ihrer Farbe, mit ihrem Duft und mit ihrer Lebendigkeit anrührt und ins Herz trifft.

Ich will Ihnen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne zu viele Details – auch diesmal wieder mit ein paar Stichworten in Erinnerung rufen, was das Jahr 2025 unter der Regie, der Mitwirkung oder der Verantwortung unseres Vereins gebracht hat, vor allem auf den renommierten Bühnen von „mobilè“ und „filmburg“, die uns ja als Förderverein traditionell besonders am Herzen liegen:

Jazz an einem Sonntagabend: das ist die schon seit 2024 umgesetzte Erfolgsidee von Monika Schubert, die vom ersten Konzert an einen Nerv beim Publikum getroffen hat. Wir als „Kulturwelt“ haben die Konzertreihe gerne wieder unterstützt - mit den gut besuchten Auftritten von u.a. „Wood & Steel Band“, „Stefan Edelmann und Band“, Jakob Maes Jazzorchester“ und Rosario Bonacorso.

Für ihr besonderes Jazz-Programm hat Monika Schubert übrigens im Dezember 2024 eine Auszeichnung des Freistaates Bayern erhalten. Und ein bisserl ist die „Kulturwelt“ ja, als Unterstützerin auch beteiligt, wenn Kunstminister Markus Blume attestiert: „Hier swingt die bayerische Seele besonders schön im Rhythmus des Jazz!“

Das 15. Internationale Jazzcamp diesmal mit einem begeisternden Konzert der „Bigband Leipzig“ und anderen Jazz-Events von hohem Rang fand Ende September 2025 statt.

Der „filmburg“ wurde 2025 für ihr qualitätvolles und hochwertiges Jazzprogramm durch den Freistaat Bayern ein Preisgeld in Höhe von € 3000,- zugedacht.

Die neue Reihe „Buchmusikfilm“ hat 2025 den Bücherfrühling abgelöst, jetzt unter der Regie des Literatur-Experten und besonderen Lese-Paten Claus Struntz, mit Unterstützung durch Sebastian Pflüger und Gästen wie Marc Boettcher „Belina -. Musik for Peace“, Lena Gorelik „Wer wir sind“, Dominik Graf „Sein oder Spielen“, Stefan Wilkenig und das Trio Wellcaru mit „HochZeiten und Hochzeiten“ sowie- wie eingangs schon kurz erwähnt – Robert Stadelober mit „Tucholsky live“.

Ausdrücklich erwähnen will ich an dieser Stelle, dass wir als Förderverein nur deshalb Manches/Vieles möglich machen können, weil wir regelmäßig namhafte Spenden erhalten.

2025 waren das neben vielen Kleinspenden von Mitgliedern und Privatpersonen u. a. je € 1700,- von den Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerken für die „filmburg“ und das „mobilè“ und € 1000,- von „Rösle“ für die Reihe „Buchmusikfilm“. Die Sparkasse Allgäu fördert die „Kulturwelt“ für ihre Theater- und Literaturprojekte für 2026 wieder mit € 2000,- - Wir sagen herzlichen Dank!

Die „Allgäuer Filmkunstwochen“  lockten vom 01. bis 22. Oktober Hunderte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in die „filmburg“ und andere Lichtspieltheater in der Region.

Ein voller Erfolg war auch wieder der „Tag der offenen Tür“ in Lucia Goldas „mobilè“. Und vom 18. – 21. September 2025 fand erstmals das „Kulturraum-Festival“ im „mobilè“ statt. – Ein Marktoberdorfer Großereignis war die großartige MODEON-Show „20.000 Meilen unter dem Meer“, ein Meisterstück unter der Regie von Lucia Golda und ihrem grandiosen Team.  

Beim „Kammerchor-Wettbewerb“ in Marktoberdorf an Pfingsten 2025 war die „Kulturwelt“ selbstverständlich wieder mit dabei – u.a. mit einer Anzeige im Programmheft. Außerdem haben wir uns am Publikumspreis beteiligt.

Neu ins Programm aufgenommen, haben wir die Kulturwelt-eigene Veranstaltungsreihe „Im Gespräch“- Hier habe ich die große Ehre, jeweils im „Café Greinwald“ an einem Mittwochabend Marktoberdorfer*innen zu begrüßen, die was zu erzählen haben. Begonnen haben wir im Herbst 2025 mit Jutta Jandl, Herbert Eigler und Wilhelm Keitel. Und in der vergangenen Woche ging mit dem Besuch von Thomas Wieser nun schon die zweite Staffel zu Ende, die im Januar und Februar außerdem Sepp Nuscheler und Monika Schubert mit mir bestritten haben. – Fortsetzung folgt.

Der Verein „Kulturwelt Marktoberdorf“ hat derzeit 45 Förder- und Vollmitglieder. Und wir freuen uns über jeden Aufnahmeantrag(!), weil jedes Mitglied unseren Spielraum erweitert. Unsere Möglichkeiten.

Wir tanzen ja auf vielen Hochzeiten – und das – so meine ich – kommt der ganzen Stadt zugute. Der Kulturstadt Marktoberdorf. Was uns heuer noch vorschwebt, was wir schon eingetütet haben und was wir konkret planen, darüber darf ich Sie etwas später in meinem Ausblick auf das Jahr 2026 informieren.

Mit großem Dank an meine Vorstandskollegen und die Beirätinnen für die geleistete Arbeit und das wirklich großartige ehrenamtliche Engagement, schließe ich den Bericht des Vorstands über das abgelaufene Vereinsjahr 2025 und bitte unseren Schatzmeister Rolf Kramer um seinen Kassen- bzw. Finanzbericht.