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Ausblick auf 2022 - Projekte

von Christoph Thoma

              

 

Liebe Mitglieder des Vereins Kulturwelt Marktoberdorf e.V. 
Liebe Mitvorstände,

 

Dass ich den Vorstandsbericht für das Vereinsjahr 2020/21 und den Ausblick auf 2022 auseinandergehalten habe, hat seinen guten Grund. Erst durch die Entlastung des Vorstands durch die Mitgliederversammlung bin ich ja vereinsrechtlich überhaupt in der Lage, Pläne zu schmieden und Projekte vorzustellen.

Wie gesagt: wir sind auf der Suche nach einer neuen Schriftführerin bzw. einem neuen Schriftführer. Lucia Golda hat mit ihrer neuen Aufgabe als Geschäftsleiterin des „mobilé“ wahrlich genug zu tun. Interessent*innen bitte melden!

Preisgekrönte Filme, hochrangige Konzerte, ambitioniertes Theater. Kaum ein Tag, geschweige denn ein Wochenende, an dem mal wirklich „nichts los ist“ war, in unserem Marktoberdorf. Die Normalität vor der Pandemie.

Dass es allmählich – bei aller noch immer und wieder neu gebotenen Vorsicht - wieder so wird, daran möchte unser Verein „Kulturwelt Marktoberdorf“ auch 2022 satzungsgemäß mitwirken.

Dann kommt auch die – auf Initiative der „Kulturwelt“ eingerichtete - Online-Plattform wieder zu ihrem Recht, auf der die größeren Kulturveranstalter in Marktoberdorf auf einen Blick sehen können, ob ein Abend oder ein Wochenende noch frei oder schon belegt ist. Doppel-Termine, die allen schaden, sollen so vermieden werden.

Ein besonderes Projekt der „Kulturwelt Marktoberdorf“ ist der geplante „Kinder-Kultur-Führer 2.0 – diesmal für die Kleinen und Kleinsten. Hier freuen wir uns auf die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Malschule des „mobilé“.  

Zumindest online weitergeführt werden soll indes der Kultur-Führer für die älteren Kinder, also für die, die eigentlich keine Kinder mehr sein wollen. Eine neue, neugierige Generation von „Heimat-Scouts“  hat an der Don-Bosco-Schule im Offenen Ganztag unter meiner Leitung schon die Arbeit aufgenommen.

Selbstverständlich und sehr gerne beteiligt sich die „Kulturwelt“ weiter an den MOD-Festivals. Ehrensache. „Musica Sacra“ und „ der Chor-Wettbewerb“ sind eine Angelegenheit für die ganze Stadt.

Und wir planen eine „Marktoberdorfer Kultur-Wanderung“ – vielleicht einen Überraschungsspaziergang vom Kuhstallweiher zum Pestfriedhof. Und natürlich veranstalten wir wieder „Lust auf Musik. Das ist selbstverständlich.

Zur Feier der 30-jährigen Freundschaft und tiefen Verbindung zwischen der Kulturstadt Marktoberdorf und St. Petersburg halten wir daran fest, so bald möglich die „Petersberger Kulturtage“ zu veranstalten, ein kleines Jubiläums-Festival, bei dem musiziert wird, sich erinnert, gefeiert, zugeprostet und jubiliert. Das Quartett „Priviet“ um Peter Kornev (piano) und Harald Rüschenbaum (drums) wird dabei die besondere Beziehung musikalisch spürbar machen.

Und weil es die Visionen sind, vielleicht auch die Utopien, die uns elektrisieren und wirklich vorantreiben, darf ich Ihnen heute von der Idee für ein neues Museum in Marktoberdorf berichten, das mit dem bereits laufenden Neubau der Martins-Schule zu tun hat und tatsächlich Wirklichkeit werden könnte.

Monika Schubert hat am 21. Mai 2021 einen Brief an Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, Kulturreferent Rupert Filser sowie an die Damen und Herrn Stadträte geschrieben, um ihnen eine spannende Idee schmackhaft zu machen.

Es geht um den bald leerstehenden „Alten Kindergarten“ in dem – mit verhältnismäßig geringem Aufwand – eine ganz besondere Heimat-Galerie entstehen könnte, ein kleines, feines, wertiges Museum in Ergänzung zum bzw. in Kombination mit dem Paul-Röder-Museum, indem künftig auch die Werke namhafter und bedeutender Malerinnen und Maler wie Wanda Schubert-Helfferich, der Mutter von Monika Schubert, und Ludwig-Magnus Hotter gezeigt werden könnten.

Es gibt von beiden Künstler*innen eine beachtliche Zahl von Werken, die im Depot ruhen bzw. bei Sammlern  in privaten Archiven schlummern. Wahre Marktoberdorfer Perlen, die es unbedingt verdienen würden, ans Tageslicht zu kommen. Ein Ankauf der Gemälde wäre dabei nicht nötig, weil – so Monika Schubert – die Familien und Sammler der Werke bereit wären, sie der Stadt als Dauerleihgaben zur Verfügung zu stellen.

Monika Schubert schreibt an die Stadt – Zitat: „Ich könnte mir eine Bilderschau in den Räumen meines ehemaligen Kindergartens gut vorstellen, die Nähe zum Stadt-museum ist ideal, der Stadtkern hätte eine künstlerische Attraktion mehr!“

Meine Damen und Herren, wir sind uns im Vorstand einig: der Verein „Kulturwelt“ unterstützt dieses Projekt. Wir sind mit Monika Schubert der Meinung, dass es unserer Stadt nur zum Vorteil gereichen könnte, wenn auf wunderbaren Gemälden in einem Bogen von hundert Jahren Zeit- und Kulturgeschichte künstlerisch dokumentiert würden.

Ein „Kopf ab“ für den alten Kindergarten wäre eine vertane Chance.

Liebe „Kulturweltler*innen“, mit dem Hinweis auf unsere Homepage www.kulturwelt-mod.de darf ich zum Ende kommen. Dort finden Sie immer die neuesten Infos. Und alle Termine. Damit Sie nichts versäumen. Das wäre doch wirklich schade.

Ich möchte abschließend das Joseph Beuys zugeschriebene Gedicht, aus dem ich schon in meinem Tätigkeitsbericht Bruchstücke zitiert habe, in Gänze vortragen. Es beschreibt – wie ich meine – ziemlich gut unsere Tätigkeit als „Kulturwelt“ und es plädiert irgendwie auch für die neue Galerie im alten Kindergarten:

 

Anleitung zum Glücklichsein

Lass Dich fallen. Lerne Schlangen zu beobachten.      

Pflanze unmögliche Gärten.

 

Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.

Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen
und verteile sie überall in Deinem Haus. 


Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.

Freue Dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere Dich, „verantwortlich zu sein“ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen. 

Glaube an Zauberei, lache viel. Bade im Mondschein.
Träume wilde, fantasievolle Träume. Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag. Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu. 

Öffne Dich. Tauche ein. Sei frei. Preise Dich selbst.
Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.


Schreibe Liebesbriefe.

 

Joseph Beuys